Die Ostsee zieht jedes Jahr in der Urlaubszeit viele Touristen aus ganz Polen und darüber hinaus an. Das ist kaum verwunderlich – das unbeschwerte Liegen am Sandstrand und das Baden in erfrischenden Wellen sind das, worauf viele von uns das ganze Jahr warten. Bei der Urlaubsplanung gibt es jedoch oft Bedenken im Zusammenhang mit Quallen. Sind diese berechtigt? Können diese Nesseltierchen tatsächlich stechen? Welche davon kann man an der polnischen Küste antreffen? Darüber schreiben wir unten.
Charakteristik der Ostseequallen
Die polnische See ist ein Gewässer mit ziemlich spezifischen Bedingungen, dessen durchschnittlicher Salzgehalt etwa 7 % beträgt. Obwohl sie keinen idealen Lebensraum für viele Quallenarten darstellt, kann man zwei Arten dort immer häufiger beobachten. Das ist vor allem die Ohrenqualle (Aurelia aurita), die polnischen Touristen bereits recht gut bekannt ist. Es handelt sich um eine Art mit charakteristischem Aussehen. Der gallertartige Körper der Qualle ist völlig durchsichtig, da er zu 98 % aus Wasser besteht. Ihr Durchmesser kann mehrere Zentimeter betragen. Wie alle anderen Quallenarten in der Ostsee besitzt auch diese Nesseln, die mit einem stechenden Stoff ausgestattet sind. Es gibt jedoch keinen Grund zur Sorge – der Kontakt mit ihr ist für den Menschen vollkommen ungefährlich. Die zweite, wenn auch viel seltener vorkommende Art, ist die Gemeine Haarqualle (Cyanea capillata).
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Die größte Quallenart in der Ostsee
Die Gemeine Haarqualle ist die größte Nesseltierart, die in unserer See und weltweit vorkommt. Man findet sie eher in der Tiefe des Meeres, doch durch die Meeresströmungen kann sie auch an der Küste auftreten. Sie kann unterschiedliche Färbungen haben – meist gelblich oder bläulich. Der Kontakt mit ihr kann für den Menschen schmerzhaft sein – verursacht durch das toxische Gift, das sich in ihren Nesseln befindet. Diese Quallenart erreicht eine Größe von bis zu 2 m und ihre Tentakeln können bis zu 37 m lang sein. Dennoch sind solche imposanten Größen eher selten, da sie meist einen Durchmesser von bis zu 50 cm erreicht.
Die Frage der Quallen und der Sicherheit
Das Vorkommen von Quallen in der Ostsee kann etwas Besorgnis auslösen. Eltern machen sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder, die oft lange Stunden am Sandstrand verbringen. Schließlich werden Nesseltierchen vor allem mit brennenden Tentakeln in Verbindung gebracht, die Hautreizungen verursachen können. In Wirklichkeit gibt es an unserer Küste jedoch keinen Grund zur Sorge.
Stechen Quallen in der Ostsee?
Alle Quallen besitzen Nesselzellen, die einen stechenden Stoff, das sogenannte Gift, enthalten. Die gute Nachricht ist, dass das Gift der Ohrenqualle beim Menschen meist keine spürbaren Auswirkungen hervorruft. Ihre Nesseln können die menschliche Haut nicht durchdringen, weshalb der Kontakt mit ihr praktisch harmlos ist. Die Begegnung mit der Ohrenqualle kann höchstens ein leichtes Kribbeln oder Jucken verursachen, das aber schnell wieder verschwindet.
Etwas anders verhält es sich mit der Gemeinen Haarqualle, die oft auch als Feuerqualle bezeichnet wird. Sie hat deutlich ausgeprägtere Nesseln, die bei Hautkontakt Toxine freisetzen können. Daher können die von ihr verursachten Verbrennungen Hautreizungen auslösen. Sie bevorzugt kaltes Wasser, weshalb sie an den polnischen Stränden, besonders in der Saison, äußerst selten vorkommt. Wenn sie jedoch auftaucht, handelt es sich meist um kleine Exemplare, deren Gift keine Lebensgefahr darstellt, also muss man wiederum keine Angst haben.
Stechen tote Quallen?
Die stechenden Eigenschaften von Quallen bleiben auch nach deren Tod erhalten. Die Nesselzellen werden durch mechanische Reize, also Berührung oder Druck, aktiviert. Wenn Sie während eines Spaziergangs am Meer also eine tote Qualle sehen, lassen Sie sie am besten in Ruhe und beobachten Sie sie aus sicherer Entfernung. So vermeiden Sie unnötige Risiken.
Symptome eines Quallenstichs
Die Symptome eines Stichs hängen größtenteils von der Art der Qualle ab. Zu den häufigsten Beschwerden gehören jedoch:
- sehrstarke, brennende Schmerzen;
- Schwellungen;
- Rötungen;
- Blasen oder rote Hautausschläge.
Diese Symptome können mehrere Tage anhalten. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass man, ähnlich wie bei anderen Tiergiften, auch bei Nesseltieren allergisch auf das Gift reagieren kann. In diesem Fall können die Symptome viel schwerwiegender sein und ärztliche Hilfe erfordern, vor allem aber sollte dem Verletzten umgehend Erste Hilfe geleistet werden.
Erste Hilfe bei Quallenstichen
Der Kontakt mit der Gemeinen Haarqualle – der einzigen gefährlichen Nesseltierart an der polnischen Küste – ist sehr unwahrscheinlich. Sollte es dennoch zu einem Stich kommen, ist es wichtig, sofort Erste Hilfe zu leisten, um die Auswirkungen des Giftes zu minimieren. Dabei ist Folgendes zu tun:
- Die Stichstelle mit Salzwasser spülen, und dabei Süßwasser vermeiden, das die restlichen Nesseln aktivieren könnte.
- Wenn Fragmente der Tentakeln auf der Haut zurückbleiben, sollten diese mit einer Pinzette oder einem anderen Hilfsmittel entfernt werden, wobei ein direkter Kontakt mit den Nesseln zu vermeiden ist.
- Wenn möglich, sollte die betroffene Stelle mit 5-prozentigem Essig oder warmem Wasser von etwa 45 °C gespült werden, was hilft, Schmerzen zu lindern und die Wirkung der Toxine zu begrenzen.
- Reiben der Wunde, die Anwendung von Eis oder Alkohol ist zu vermeiden.
- Bei Bedarf können Schmerzmittel und Hydrokortison-Cremes gegen Schwellungen eingesetzt werden.
Es ist wichtig, zu beobachten, ob die betroffene Person allergisch auf das Gift reagiert. Treten Symptome wie Krämpfe, Atemnot oder Erbrechen auf, muss schnellstmöglich medizinische Hilfe gerufen werden.
An welchen Stränden trifft man Quallen am häufigsten an?
Quallen an der Ostsee sind mittlerweile kaum noch überraschend. Seit einigen Saisons spricht man vor allem von Schwärmen der Ohrenqualle. Man kann sie hauptsächlich im Sommer antreffen, wenn warmes und salzhaltiges Wasser ihre Vermehrung fördert. Häufig anzutreffende Gebiete sind die Umgebung der Danziger Bucht, einschließlich der Dreistadt, sowie die Strände Westpommerns.
Zusammenfassung
In den Gewässern der Ostsee leben Tausende von Organismen, darunter auch Nesseltierchen. Das ist ein Fakt, den man bei der Urlaubsplanung am Meer berücksichtigen sollte. Die populärste Quallenart, die Ohrenqualle, ist für den Menschen nicht gefährlich. Ein Stich des Giftes der Gemeinen Haarqualle kann zwar für Touristen unangenehme Folgen haben, stellt aber keine Lebensgefahr dar. Für die eigene Sicherheit ist es dennoch ratsam, den Kontakt mit ihnen zu vermeiden und sich über diese Tiere zu informieren. Das ermöglicht eine ruhige und sichere Erholung am Meer.